
In Rheinland-Pfalz steht erstmals eine Große Koalition aus CDU und SPD vor der Bildung. Weniger als sechs Wochen nach der Landtagswahl haben sich die beiden Parteien nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf ein gemeinsames Regierungsbündnis geeinigt. Details des Koalitionsvertrags sollen am Nachmittag in Mainz vorgestellt werden. Aus den Verhandlungen, die CDU-Seite von Gordon Schnieder und SPD-Seite von Alexander Schweitzer führten, war zuvor kaum etwas an die Öffentlichkeit gedrungen.
Mit der geplanten Wahl Schnieders zum Ministerpräsidenten am 18. Mai, dem Verfassungstag von Rheinland-Pfalz, endet eine Ära: Nach 35 Jahren ununterbrochen SPD-geführter Regierungen zeichnet sich ein Machtwechsel an der Spitze des Landes ab. Jahrzehntelang hatten sich CDU und SPD in Mainz als klassische Gegenspieler in Regierung und Opposition gegenübergestanden. Eine schwarz-rote Koalition hat es in Rheinland-Pfalz bislang noch nicht gegeben; zuletzt regierte eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP.
Noch offen bleibt vorerst, wie die Ressorts zugeschnitten werden und wer welche Ministerien übernimmt. Diese Personalfragen sollen nach jetzigem Stand nicht gleichzeitig mit der Koalitionsvereinbarung bekanntgegeben werden. Zunächst müssen die Parteigremien den Vertrag billigen. Die SPD will am Samstag auf einem Parteitag über das Bündnis entscheiden, bei der CDU ist am selben Tag der Landesparteiausschuss für die Zustimmung zuständig.
In den Koalitionsverhandlungen zählten vor allem das erhebliche finanzielle Defizit vieler Kommunen und die Lage der Wirtschaft zu den schwierigen Themen. Zudem mussten CDU und SPD Kompromisse in Politikfeldern finden, in denen sie im Wahlkampf teils gegensätzliche Positionen vertreten hatten. Das gilt insbesondere für die Bildungspolitik, die in Rheinland-Pfalz seit Jahren zu den umstrittensten landespolitischen Feldern gehört. Welche inhaltlichen Linien das neue Bündnis in diesen Bereichen konkret ziehen will, soll mit der Vorstellung des Koalitionsvertrags deutlich werden.

Bitcoin hat am Montag seine jüngste Erholung fortgesetzt und erstmals seit Januar wieder die Marke von 80.000 US-Dollar überschritten. Am Morgen notierte die grösste Kryptowährung bei rund 80.466 Dollar und legte damit innerhalb von 24 Stunden um etwa 2,9 Prozent zu. Marktbeobachter verweisen auf ein spürbar freundlicheres Umfeld für risikoreichere Anlagen, das die Nachfrage nach digitalen Assets wie Bitcoin stützt.
Analyst Timo Emden führt den jüngsten Kurssprung insbesondere auf die allgemein höhere Risikobereitschaft der Investoren zurück. An den Aktienmärkten hatten zuletzt besser als erwartet ausgefallene Unternehmensgewinne im Technologiesektor für Rückenwind gesorgt. Parallel dazu hatte sich der asiatische Aktienindex von MSCI seinem Rekordhoch angenähert, das im Februar vor der Zuspitzung der geopolitischen Lage im Nahen Osten erreicht worden war. Diese Mischung habe laut Marktteilnehmern die Stimmung für wachstums- und technologieorientierte Anlagen aufgehellt – wovon auch Kryptowährungen profitieren.
Einen zusätzlichen Schub erhielt Bitcoin durch die Auflösung von Wetten auf fallende Kurse. Anleger, die auf sinkende Preise gesetzt hatten, sahen sich angesichts des anziehenden Marktes gezwungen, ihre Short-Positionen einzudecken. Diese Rückkäufe wirken wie zusätzliche Kauforders und können Aufwärtsbewegungen verstärken. Ein solcher Short-Squeeze habe die Dynamik nach oben deutlich erhöht, heisst es aus dem Marktumfeld.
Aus technischer Sicht könnte das Überschreiten der 80.000-Dollar-Marke weitere Bedeutung entfalten. Emden zufolge gilt diese Schwelle als wichtiger Widerstand, dessen Überwindung von vielen Marktteilnehmern als Befreiungsschlag wahrgenommen wird. Der Bruch eines derartigen Niveaus kann neue Käuferschichten anziehen, die auf eine Fortsetzung der Rally setzen. Ob sich der Aufwärtstrend verstetigt, dürfte jedoch davon abhängen, ob das freundlichere Sentiment an den globalen Finanzmärkten anhält und ob es zu erneuten Gewinnmitnahmen nach dem schnellen Anstieg kommt.