
Die Aktie der Porsche AG hat sich am Dienstagmorgen trotz zurückhaltender Analystenkommentare freundlich gezeigt. Auf der Handelsplattform Tradegate notierte das Papier um 08:45 Uhr mit 42,35 Euro und damit 1,32 Prozent im Plus. Im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen haben mehrere Investmenthäuser ihre Einstufungen und Kursziele bestätigt – allerdings mit deutlich unterschiedlicher Tonlage.
Das Analysehaus Jefferies bleibt bei seiner neutralen Haltung und stuft die Vorzugsaktien der Porsche AG weiter mit "Hold" ein. Das Kursziel liegt unverändert bei 41 Euro. Die jüngste Analysten-Telefonkonferenz im Vorfeld der Zahlen habe "keine Überraschungen" geliefert, schrieb Analyst Philippe Houchois. Hinweise auf eine Änderung der grundsätzlichen Einschätzung oder auf neue, marktrelevante Informationen ergaben sich demnach nicht.
Deutlich vorsichtiger positioniert sich die britische Investmentbank Barclays. Sie bestätigt die Einstufung "Underweight" mit einem Kursziel von 40 Euro. Analyst Henning Cosman verweist in seinem Ausblick auf die bereits veröffentlichten Absatzzahlen. Vor diesem Hintergrund erwartet er, dass der Umsatz im ersten Quartal weniger stark zurückgehen dürfte als die Großhandelserlöse. Zugleich rechnet er jedoch damit, dass die Ebit- und Free-Cashflow-Margen jeweils am oberen Ende der für 2026 ausgegebenen Zielspannen liegen werden – ein Hinweis darauf, dass Profitabilität und Cash-Generierung aus Analystensicht intakt bleiben könnten, auch wenn das Volumen unter Druck steht.
Die unterschiedlichen Einschätzungen spiegeln die gemischte Erwartungshaltung des Marktes wider: Während Jefferies angesichts eines aus Analystensicht weitgehend erwartungsgemäßen Nachrichtenflusses auf eine abwartende Haltung setzt, beurteilt Barclays das Chance-Risiko-Verhältnis der Aktie zurückhaltender. Dass der Kurs sich dennoch oberhalb beider Kursziele hält und zuletzt zulegen konnte, deutet darauf hin, dass ein Teil der Investoren auf robuste Margen und eine mögliche positive Überraschung bei den anstehenden Zahlen setzt – auch wenn die professionellen Beobachter vorerst überwiegend auf Vorsicht und selektives Engagement pochen.

Ganztägige Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr haben in Bayern erneut für erhebliche Einschränkungen gesorgt. In zahlreichen Städten blieben U-Bahnen, Busse und Trambahnen ganz oder teilweise in den Depots, während S-Bahnen, Regionalzüge und Regionalbuslinien regulär fuhren. Betroffen waren vor allem Schülerinnen und Schüler sowie Berufstätige, die sich am Morgen nach Alternativen umsehen mussten – von Fahrgemeinschaften bis hin zum Homeoffice.
Zum Arbeitskampf aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi, die den Druck vor der für Mittwoch angesetzten fünften Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des kommunalen Nahverkehrs erhöhen will. Bestreikt wurden unter anderem München und Nürnberg, wo der Betrieb von U-Bahn, Bus und Tram weitgehend zum Erliegen kommen sollte. Auch in Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt waren die kommunalen Verkehrsbetriebe von den Warnstreiks erfasst. In Aschaffenburg beteiligte sich laut Verdi vor allem das Werkstattpersonal, Auswirkungen auf die Fahrgäste wurden dort aber nicht erwartet.
In München gelang es der Verkehrsgesellschaft MVG trotz des Ausstands, Teile des Netzes in Betrieb zu halten. Am Morgen fuhren U-Bahnen auf dem Abschnitt Münchner Freiheit–Sendlinger Tor, zusätzlich sollte der Verkehr zwischen Fürstenried West und Fröttmaning anlaufen. Im Tramnetz war die Linie 20 unterwegs, die Linien 17 (teilweise) und 25 sollten folgen. Bei den Bussen war nach Angaben der MVG mehr als die Hälfte der Fahrzeuge im Einsatz, wenn auch mit unregelmäßigen Taktfolgen. Andere Städte wie Regensburg kündigten vorab Notfahrpläne an, im Busbereich kamen teilweise externe Dienstleister zum Einsatz, um ein reduziertes Angebot sicherzustellen.
Hintergrund der Arbeitsniederlegungen ist der laufende Tarifkonflikt für den kommunalen Nahverkehr in Bayern. Verdi fordert nach eigener Darstellung inzwischen eine Erhöhung der Entgelte um insgesamt 550 Euro in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 24 Monaten sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Arbeitgeber verweisen darauf, ihr Angebot nach der letzten Runde bereits verbessert zu haben, lehnen die Forderung der Gewerkschaft jedoch weiterhin als „realitätsfern“ ab. Ob der massive Warnstreik am Vortag der Verhandlungen zu einer Annäherung der Positionen führt, ist vorerst offen.