
Coop und Migros haben in der ganzen Schweiz Weichkäse der Käserei Landbrügg aus Schüpfheim (LU) aus dem Verkauf genommen. Auslöser ist eine in der Käserei festgestellte Salmonellen-Kontamination in einem Kräuterbrie-Weichkäse. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass weitere Erzeugnisse betroffen sind, ruft die Käserei ihr gesamtes Sortiment vorsorglich zurück. Coop spricht von insgesamt neun betroffenen Produkten, ein weiterer Bericht nennt zehn Sorten.
Der Rückruf umfasst mehrere Brie-Varianten, Humidor-Käse sowie Käseplatten, die zwischen dem 2. März und dem 2. April in Coop-Supermärkten und Coop City angeboten wurden. Ein Teil dieser Ware wurde schweizweit verkauft, andere Produkte nur in bestimmten Regionen. Migros hat nach eigenen Angaben drei Käsesorten derselben Käserei aus dem Verkauf genommen. Für alle betroffenen Produkte gilt der Rückruf über sämtliche Mindesthaltbarkeitsdaten hinweg.
Zu den von Coop und der Käserei genannten Produkten gehören unter anderem „Kräuterbrie“, „Pur Carré Laib“, „Pro Montagna Pur Bergbrie“ (ca. 150 g, FESA), „Baumann Bergbrie Pur nature“ (ca. 180 g), „Humidor Pur Crü PinoChio Laib“, „Humidor Pro Montagna Brie Pur nature Laib“, „Humidor Pur Crü Kolo Laib“, „Humidor Käseplatte Pur Crü FE“ (ca. 200 g), „Humidor Pur Crü Robin Laib“ (ca. 350 g) sowie „Baumann Pur Crü PinoChio“ (ca. 160 g). Die Käserei hat nach eigenen Angaben sämtliche Produkte aus dem Verkauf genommen und steht mit den zuständigen Behörden in Kontakt; die Ursachenabklärung läuft.
Salmonellen können Lebensmittelinfektionen auslösen, die häufig mit Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber oder Erbrechen einhergehen. Die Symptome treten in der Regel innerhalb von 6 bis 72 Stunden nach dem Verzehr auf. Coop und Migros empfehlen Kundinnen und Kunden, die betroffenen Käseprodukte nicht zu konsumieren, sondern sie an die Verkaufsstellen zurückzubringen; der Kaufpreis wird erstattet.

Gilead Sciences setzt seinen Übernahme-Kurs in der Onkologie mit einem Milliardenkauf in Deutschland fort. Der US-Pharmakonzern übernimmt das Münchner Biotechunternehmen Tubulis für bis zu fünf Milliarden US‑Dollar. Vereinbart ist eine sofortige Barzahlung von 3,15 Milliarden Dollar, ergänzt um erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu weiteren 1,85 Milliarden Dollar. Mit dem Deal sichert sich Gilead den Zugang zu einer Technologie, die als eine der vielversprechendsten Entwicklungen in der modernen Krebstherapie gilt.
Tubulis spezialisiert sich auf sogenannte Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugate (Antibody Drug Conjugates, ADCs). Diese Wirkstoffklasse wird in der Branche als eine Art „zielsuchende Rakete“ beschrieben: Antikörper transportieren hochwirksame Chemotherapien direkt in Krebszellen, während gesundes Gewebe möglichst geschont wird. Ziel ist es, Nebenwirkungen klassischer Chemotherapien zu reduzieren und gleichzeitig die Wirksamkeit zu erhöhen. Tubulis arbeitet in diesem Feld bereits mit Gilead zusammen; die firmeneigenen Projekte, darunter das Flaggschiff TUB‑040 sowie TUB‑030, befinden sich in der klinischen Entwicklung, ein Markteintritt steht jedoch noch aus.
Für Gilead ist der Zukauf strategisch eingebettet in eine Serie größerer Akquisitionen, mit denen der Konzern seine Onkologie-Sparte ausbaut und auf drohende Umsatzrückgänge reagiert. Das Unternehmen ist vor allem für seine HIV‑ und Hepatitis‑Therapien bekannt, sieht sich aber mit sinkenden Erlösen aus dem COVID‑19‑Arzneimittel Veklury und bevorstehenden Patentabläufen konfrontiert. Im Februar hatte Gilead bereits den Partner Arcellx für bis zu 7,8 Milliarden Dollar übernommen, im März folgte der Kauf der privat geführten Biotechfirma Ouro Medicines für mehr als zwei Milliarden Dollar. Die Übernahme von Tubulis fügt sich damit in eine Reihe großvolumiger Transaktionen im ADC‑Segment ein, zu denen auch Deals wie Pfizer/Seagen, Gilead/Immunomedics oder AbbVie/Immunogen zählen.
Vom Einstieg Gileads profitiert auch der Hamburger Wirkstoffforscher Evotec. Das Unternehmen hält 3,14 Prozent an Tubulis und rechnet nach eigenen Angaben mit Voraberlösen von rund 100 Millionen Dollar aus dem Verkauf seiner Beteiligung. Zusätzlich könnten Meilensteinzahlungen von bis zu 58 Millionen Dollar hinzukommen. Evotec-Chef Christian Wojczewski bezeichnete die Transaktion als wichtigen Meilenstein für Tubulis und verwies auf das „große Potenzial“ von Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugaten für künftig möglicherweise überlegene Krebstherapien. Der Abschluss der Übernahme wird für das zweite Quartal 2026 erwartet und gilt in der deutschen Biotech-Szene bereits jetzt als Signal für die internationale Wettbewerbsfähigkeit heimischer Forschung.