
Der österreichische Aktienmarkt hat zum Wochenbeginn deutlich nachgegeben. Der Leitindex ATX schloss am Montag 1,29 Prozent tiefer bei 6.005,89 Punkten, der breiter gefasste ATX Prime verlor 1,23 Prozent auf 2.967,43 Zähler. Damit folgte Wien einem uneinheitlichen, von geopolitischen Risiken geprägten europäischen Umfeld. Zwischenzeitliche Entspannungssignale aus dem Nahen Osten sorgten zwar für eine leichte Stabilisierung, konnten die Verluste jedoch nicht vollständig wettmachen.
Im Fokus der Investoren standen die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen Iran und Israel. Beide Seiten meldeten Raketen- und Luftangriffe und warnten vor einer Eskalation, zugleich sorgten Erklärungen zur Beendigung der jeweiligen Operationen für vorsichtigen Optimismus. US-Präsident Donald Trump rief beide Länder wiederholt zur sofortigen Einstellung der Angriffe auf. Die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Ölpreise gaben im Tagesverlauf wieder einen Teil ihrer Aufschläge ab, was sich auch auf Energie- und Chemiewerte auswirkte.
Auf Unternehmensebene prägten vor allem Dividendenabschläge und Druck auf zyklische Sektoren das Bild. OMV-Aktien verloren im Verlauf rund 6 bis knapp 7 Prozent, wurden jedoch ex Dividende gehandelt und damit technisch belastet. Deutliche Rückgänge verzeichneten zudem Industriewerte wie Voestalpine und Wienerberger, die um etwa drei Prozent nachgaben. CA Immo zählte mit Abschlägen von rund 2 bis knapp 3 Prozent ebenfalls zu den größeren Verlierern, während Polytec im prime market nach Dividendenstichtag um 1,75 Prozent nach unten drehte.
Gegen den Trend konnten einzelne Titel zulegen. AT&S drehte nach anfänglichen Verlusten ins Plus und führte zeitweise die Gewinnerliste im Leitindex mit einem Anstieg von rund 4,2 Prozent an. Im prime market zeigten sich auch EuroTeleSites und FACC im grünen Bereich. Die Kursrückgänge bei den schwer gewichteten Banken fielen vergleichsweise moderat aus: RBI, Erste Group und BAWAG verbuchten jeweils nur geringe Verluste, ebenso der Versorger EVN. Insgesamt blieb das Nachrichtenaufkommen aus den heimischen Unternehmen überschaubar, sodass der Handel weitgehend von makroökonomischen und geopolitischen Faktoren bestimmt wurde.

BMW treibt die Automatisierung seiner Werke mit einem Pilotprojekt für humanoide Roboter voran. In der Fabrik in Leipzig testet der Autobauer menschenähnliche Roboter des Schweizer Unternehmens Hexagon, um deren Einsatz unter realen Produktionsbedingungen zu erproben. Nach Laborversuchen und ersten Tests läuft dort nun eine Pilotphase, die laut Unternehmensangaben als erste dieser Art in Europa gilt und auf einen späteren breiteren Einsatz in der Produktion abzielt.
Im Fokus steht zunächst die Batteriefertigung für Elektrofahrzeuge. In der Batteriemontage lernen die Roboter den Umgang mit Bauteilen für Hochvoltspeicher, also den Antriebsbatterien von Elektroautos. Beschäftigte bringen den Systemen die erforderlichen Bewegungsabläufe Schritt für Schritt bei. "Das Schöne ist, wenn wir es einem Roboter beigebracht haben, können es alle", sagte Michael Ströbel, Leiter Prozessmanagement und Digitalisierung in der Produktion. Anders als bei Menschen müsse eine neue Tätigkeit nicht jedem einzelnen Roboter separat vermittelt werden.
Parallel dazu erprobt BMW die Technologie in der Qualitätskontrolle und der Komponentenfertigung. Dort übernehmen die humanoiden Roboter Aufgaben, die bislang von Beschäftigten erledigt wurden, etwa das Scannen von Fahrzeugkarosserien auf Abweichungen und mögliche Fehler. Das Ziel ist, monotone, ergonomisch belastende oder sicherheitskritische Tätigkeiten zu automatisieren und die Beschäftigten zu entlasten, ohne sie zu ersetzen.
Werkleiterin Petra Peterhänsel betonte, der Einsatz der neuen Technik werde nicht zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen. Mitarbeitende müssten sich demnach keine Sorgen machen, dass humanoide Roboter Stellen ersetzen; sie sollen stattdessen andere Aufgaben im Werk übernehmen. BMW testet die Technologie in Leipzig bereits seit Ende vergangenen Jahres. Die laufende Pilotphase unter Produktionsbedingungen soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, anschließend will der Konzern die gewonnenen Erkenntnisse schrittweise auf weitere Anwendungen und Standorte übertragen.