Cybercrime-Zentrum Karlsruhe und LKA BW erhöhen Druck auf mutmaßliche Ransomware-Täter

03.04.2026


Cybercrime-Ermittler in Baden-Württemberg haben zwei mutmaßliche Schlüsselfiguren hinter einer Serie von Ransomware-Angriffen auf Unternehmen und Einrichtungen in Deutschland identifiziert. Einer der Gesuchten soll nach Behördenangaben der Kopf zweier Hackergruppen sein, der andere der Programmierer der von diesen Gruppen eingesetzten Schadsoftware. Das Cybercrime-Zentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg leiteten eine weltweite Fahndung nach den beiden Männern ein.

Den Haftbefehlen zufolge sollen die Verdächtigen zwischen 2019 und 2021 an Angriffen auf insgesamt 130 Ziele in Deutschland beteiligt gewesen sein. In 25 Fällen gingen Opfer auf die Lösegeldforderungen ein, der Gesamtschaden durch gezahlte Forderungen beläuft sich laut Ermittlern auf rund 1,8 Millionen Euro. Die Gesamtauswirkungen der Attacken liegen deutlich höher: Die wirtschaftlichen Schäden summieren sich den Angaben zufolge bundesweit auf etwa 35 Millionen Euro.

Besonders hart traf es ein Unternehmen aus Baden-Württemberg, bei dem der Schaden mit rund 9 Millionen Euro beziffert wird. Zu den Zielen der Hacker zählten auch die Württembergischen Staatstheater in Stuttgart, die bereits vor sieben Jahren Opfer einer Cyberattacke geworden waren. Der nun veröffentlichte Ermittlungsstand stellt die Verbindung dieses Angriffs zu den beiden aktuell gesuchten Hauptverdächtigen her und ordnet die Tat in eine größere Serie organisierter Ransomware-Fälle ein.

Bei den Angriffen setzten die Täter nach Einschätzung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik komplexe Ransomware ein, um Daten auf Servern und Computern ihrer Opfer zu verschlüsseln. Eine Entschlüsselung wurde jeweils nur gegen Zahlung eines Lösegelds in Aussicht gestellt, in der Regel in schwer nachverfolgbarer Kryptowährung wie Bitcoin. Zusätzlich erhöhten die Angreifer den Druck, indem sie mit der Veröffentlichung sensibler, zuvor entwendeter Daten auf sogenannten Leak-Sites im Darknet drohten.

Mit der internationalen Fahndung zielen die Ermittlungsbehörden darauf ab, die Strukturen hinter den Hackergruppen offenzulegen und Verantwortliche grenzüberschreitend zur Rechenschaft zu ziehen. Die Fälle unterstreichen zugleich die Anfälligkeit auch etablierter Unternehmen und Kultureinrichtungen für professionelle Cyberangriffe – und den erheblichen finanziellen und operativen Schaden, den Ransomware-Attacken innerhalb kurzer Zeit verursachen können.

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Magdeburg statt Stendal: Zieschang stellt Reform der Luftrettung vor

07.04.2026


Sachsen-Anhalt stellt die Luftrettung neu auf und verzichtet dabei auf einen eigenen Rettungshubschrauber in der Altmark. Stattdessen soll der bestehende Hubschrauberstandort in Magdeburg zu einem 24-Stunden-Betrieb ausgebaut werden. Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) kündigte an, dass der dort stationierte Rettungshubschrauber künftig rund um die Uhr, also 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche, einsatzfähig sein soll. Ziel sei es, die notärztliche Versorgung im nördlichen Landesteil in den Nachtstunden spürbar zu verbessern.

Derzeit stehen in Sachsen-Anhalt drei Rettungshubschrauber zur Verfügung: zwei in Oppin bei Halle ("Christoph Sachsen-Anhalt" und "Christoph Halle") sowie "Christoph 36" in Magdeburg. Bislang ist nur "Christoph Sachsen-Anhalt" für Einsätze rund um die Uhr ausgelegt; die beiden anderen Maschinen sind auf Flüge zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang beschränkt. Im vergangenen Jahr wurden die drei in Sachsen-Anhalt stationierten Rettungshubschrauber insgesamt 2.318 Mal alarmiert – ein Wert, der die Bedeutung der Luftrettung für die Notfallversorgung im Flächenland unterstreicht.

Mit der geplanten Reform soll Sachsen-Anhalt künftig über zwei rund um die Uhr verfügbare Rettungshubschrauber im eigenen Bundesland verfügen. Zieschang betonte, dass das Land damit bundesweit zu den Regionen mit der besten Versorgung in den Nachtstunden zählen werde. Ergänzt wird das System durch acht weitere Rettungshubschrauber aus benachbarten Bundesländern. Im Notfall wird stets der nächstgelegene Hubschrauber alarmiert, unabhängig von der Landesgrenze. Im Tagesbetrieb sollen im Norden Sachsen-Anhalts nach Angaben der Ministerin weiterhin fünf Rettungshubschrauber verfügbar sein, die alle nördlichen Landkreise vollständig abdecken.

Die Altmark erhält trotz der seit Jahren laufenden Debatte keinen eigenen Hubschrauberstützpunkt. Das Innenministerium setzt stattdessen auf die Erweiterung des bestehenden Netzes und die bessere nächtliche Erreichbarkeit durch den 24/7-Betrieb in Magdeburg. Kritische Stimmen aus dem Norden, die seit Langem auf die großen Entfernungen und die dünne Besiedlung verweisen, werden damit vorerst nicht mit einem zusätzlichen Standort beantwortet. Die Landesregierung verweist auf das im Verbund organisierte Luftrettungssystem und die überregionale Zusammenarbeit, um auch abgelegene Regionen im Ernstfall zu erreichen.