LONDON, 15. Juni 2026 /PRNewswire/ -- KI verändert rasant die Fähigkeiten, die Arbeitgeber von Beschäftigten am meisten erwarten, und legt dabei mehr Gewicht auf menschliche Fähigkeiten wie Urteilsvermögen, Kreativität und Führungskompetenz. Gleichzeitig stellen Unternehmen, die KI am besten nutzen können, weiterhin schneller Personal ein als vergleichbare Unternehmen, wie aus dem heute veröffentlichten PwC 2026 Global AI Jobs Barometer hervorgeht.

Das Barometer, in dem mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen auf sechs Kontinenten analysiert wurden, kommt zudem zu dem Ergebnis, dass KI einen „zweigleisigen" globalen Arbeitsmarkt entstehen lässt, in dem „professionalisierte" Tätigkeiten – bei denen KI Routineaufgaben automatisiert, sodass menschliches Urteilsvermögen und Fachwissen in den Vordergrund rücken – schneller wachsen als durch KI „demokratisierte" Tätigkeiten – bei denen KI die Tätigkeit selbst für Nicht-Experten leichter ausführbar macht.
„Professionalisierte" Berufe (zum Beispiel Radiologen oder Personalvermittler) verzeichnen ein doppelt so hohes Wachstum bei verfügbaren Stellen und ein 42 % schnelleres Gehaltswachstum als Berufe, die als „demokratisiert" eingestuft werden (zum Beispiel IT-Serviceleiter oder Arztsekretäre).
Bei Einstiegspositionen scheint KI dazu zu führen, dass von Berufseinsteigern zunehmend Fähigkeiten verlangt werden, die sonst eher höheren Karrierestufen zugeordnet werden. Auf Grundlage von 2,4 Millionen analysierten Einstiegspositionen in den USA zeigt sich, dass die am stärksten KI-exponierten Einstiegspositionen heute mit siebenmal höherer Wahrscheinlichkeit traditionell höheren Karrierestufen zugeordnete, stark menschlich geprägte Kompetenzen wie Führungskompetenz, Kreativität oder persönliche Interaktion erfordern.
Die Zahl der Stellenangebote für diese „seniorisierten" Einstiegspositionen ist seit 2019 um 35 % gestiegen, während die Zahl der Stellenangebote für andere Einstiegspositionen um 10 % zurückgegangen ist.
Joe Atkinson, globaler Leiter für KI bei PwC, sagte:
„In der Weltwirtschaft zeichnet sich zunehmend eine neue Kluft zwischen verschiedenen Modellen für Talententwicklung und Wertschöpfung ab. Die Unternehmen, die die größten Erträge aus KI erzielen, setzen sie ein, um menschliches Fachwissen zu verstärken, Innovationen zu beschleunigen und völlig neue Wertschöpfungsquellen zu erschließen. Dadurch setzen sie sich bei Produktivität und Wachstum immer weiter von Unternehmen ab, die sich vor allem auf Automatisierung konzentrieren."
KI sorgt für einen Produktivitätsboom – und die „Superstar"-Unternehmen, die am besten in der Lage sind, KI zu nutzen, setzen sich deutlich ab
Der Bericht stellt fest, dass sich die Kluft zwischen den am stärksten und den am wenigsten von KI geprägten Unternehmen vergrößert. Unternehmen in den Branchen, die am stärksten von KI geprägt sind, verzeichneten im Jahr 2025 im Vergleich zu 2018 ein Produktivitätswachstum von 34 %, während es bei den Unternehmen, die KI am wenigsten nutzen konnten, bei 24 % lag.
Innerhalb dieser Gruppe zeichnet sich ein ausgeprägter „Superstar"-Effekt ab. Die obersten 20 % der am stärksten KI-exponierten Unternehmen erzielten gegenüber 2018 ein durchschnittliches Wachstum der Arbeitsproduktivität von 163 % – fast fünfmal so viel wie die am stärksten KI-exponierten Unternehmen insgesamt.
Am überraschendsten ist vielleicht, dass das Personalwachstum bei den am stärksten KI-exponierten Unternehmen das Wachstum bei den am wenigsten KI-exponierten Unternehmen übertrifft – 52 % gegenüber 36 % im Jahr 2025, jeweils auf Basis der Ausgangswerte von 2018.
Der durchschnittliche Lohnaufschlag für KI-Kompetenzen erreicht 62 %, während Stellen mit KI-Anforderungen das Wachstum des allgemeinen Arbeitsmarkts übertreffen
Da Unternehmen ihre Produktivität mithilfe von KI weiter steigern, erhöhte sich der durchschnittliche Lohnaufschlag für Beschäftigte mit KI-Kenntnissen weiter – auf 62 %, gegenüber 57 % im Vorjahr.
Der Lohnaufschlag variiert je nach Branche: in einigen Sektoren wie den Konsumgütermärkten bis zu 118 % sowie im staatlichen und öffentlichen Sektor 16 %.
Auch die Zahl der Stellen, die spezifische KI-Kenntnisse erfordern – wie beispielsweise Prompt Engineering oder maschinelles Lernen –, ist sprunghaft angestiegen und wuchs mit rund 69 % fast achtmal so schnell wie der Arbeitsmarkt insgesamt mit 9 %. Die Zahl der KI-Stellen ist fast doppelt so hoch wie 2024, wobei das Wachstum bei KI-Stellen seit 2015 das Wachstum aller Stellen übertrifft.
Branchen wie Technologie, Medien und Telekommunikation (11 %) sowie unternehmensnahe Dienstleistungen (6 %) verzeichneten den höchsten Anteil am Wachstum der KI-Stellen, während der Gesundheitssektor mit weniger als 1 % am unteren Ende lag.
Pete Brown, globaler Leiter des Bereichs Workforce bei PwC, sagte:
„Das traditionelle Verhältnis zwischen Erfahrung und Fachwissen verändert sich. KI übernimmt einen Teil der Routinearbeit, die früher als Lernphase diente, und erhöht zugleich schon sehr früh in der beruflichen Laufbahn den Bedarf an Urteilsvermögen, Führungskompetenz und Anpassungsfähigkeit. Unternehmen müssen überdenken, wie sie Talente entwickeln, wenn Menschen in diesem neuen Umfeld erfolgreich sein sollen."
Hinweise für Redaktionen
Informationen zum PwC 2026 Global AI Jobs Barometer
Das PwC 2026 Global AI Jobs Barometer hat mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen in 27 Ländern und Gebieten ausgewertet. Das Barometer kombiniert umfangreiche Arbeitsmarktdaten, Unternehmensfinanzdaten und Daten zu beruflichen Aufgaben, um zu untersuchen, wie KI Arbeitsplätze, Qualifikationen, Löhne und Produktivität in der gesamten Weltwirtschaft verändert. Darüber hinaus enthält das diesjährige Barometer eine gezielte Analyse von Einstiegspositionen, darunter die Frage, wie sich die Qualifikationsanforderungen für Berufseinsteiger in stark KI-exponierten Berufen verändern. Den vollständigen Bericht sowie weitere Informationen zur Methodik und zu den wichtigsten Erkenntnissen finden Sie auf www.pwc.com.
Informationen zu PwC
Bei PwC unterstützen wir unsere Kunden dabei, Vertrauen aufzubauen und sich neu aufzustellen, damit sie Komplexität in Wettbewerbsvorteile verwandeln können. Wir sind ein technologisch fortschrittliches, von Menschen getragenes Netzwerk mit mehr als 364 000 Beschäftigten in 136 Ländern und 137 Territorien. In den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, Steuern und Recht, Transaktionen sowie Beratung unterstützen wir unsere Kunden dabei, Dynamik aufzubauen, zu beschleunigen und langfristig zu halten. Weitere Informationen finden Sie auf www.pwc.com.
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Nach gut zehn Monaten Bauzeit ist die stark befahrene Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wieder vollständig in Betrieb – allerdings mit sechs Wochen Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Am frühen Morgen fuhr der erste Fernzug um 5.36 Uhr mit leichter Verspätung vom Hamburger Hauptbahnhof in Richtung Hauptstadt ab, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Bereits seit Samstagabend nutzen Güterzüge den Korridor, seit Sonntag rollen auch wieder Fern- und Regionalzüge regulär über die sanierte Verbindung.
Für Tausende Pendlerinnen und Pendler entfällt damit der belastende Ersatzverkehr mit Bussen. Während der Generalsanierung war der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet worden, regionale Verbindungen zwischen Hamburg und Berlin fielen monatelang aus. Schon Mitte Mai hatte die Bahn einen ersten Teilabschnitt entlastet und die durchgehende Verbindung zwischen Hamburg und Schwerin wieder aufgenommen. Nun ist die gesamte Achse zurück im Netz – die Bahn warnt jedoch vor Anlaufschwierigkeiten und empfiehlt, Fahrzeiten vorab zu prüfen.
Die Wiederinbetriebnahme verläuft holprig. Am ersten Betriebstag sammelten sich auf der frisch sanierten Strecke Verspätungen von mindestens 15 Minuten, teils deutlich darüber. Fernzüge benötigten am Sonntag in der Regel mehr als zwei Stunden und 15 Minuten zwischen den Hauptbahnhöfen, obwohl die schnellsten ICE nach Abschluss der Arbeiten eigentlich in rund einer Stunde und 47 Minuten verkehren sollen. Hintergrund ist unter anderem, dass das für Tempo 230 ausgelegte LZB-Zugsicherungssystem auf Teilen der Trasse noch nicht abgenommen ist. Auf diesen Abschnitten gilt vorerst das PZB-System mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern.
Die Bauarbeiten auf der 2025 begonnenen Generalsanierung umfassten nach Bahnangaben die Erneuerung von 165 Kilometern Gleisen und die Instandsetzung weiterer 61 Kilometer. Zudem wurden 249 Weichen eingebaut und 28 Bahnhöfe modernisiert. Der ursprünglich bis Ende April angesetzte Abschluss verzögerte sich durch einen harten Winter und gefrorenen Boden, der den Zeitpuffer aufbrauchte. Mit der jetzt abgeschlossenen Kernsanierung ist die Verbindung zwischen den beiden größten deutschen Städten infrastrukturell deutlich erneuert, ihre geplante Höchstleistung im Fahrplanbetrieb dürfte aber erst erreicht werden, wenn die technischen Zugsicherungssysteme auf der gesamten Strecke vollumfänglich verfügbar sind.