LIMASSOL, Zypern, 9. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Das Sintra-Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) fand kürzlich vom 29. Juni bis zum 1. Juli statt. Zu den Teilnehmern gehörten mehrere hochrangige Vertreter der Zentralbanken, die sich jedoch alle davor hüteten, einen Ausblick auf die künftige Zinsentwicklung zu geben.
Der Chairman der Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, die EZB-Präsidentin Christine Lagarde, der Gouverneur der Bank of England (BoE), Andrew Bailey, und der Gouverneur der Bank of Canada (BoC), Tiff Macklem, zeigten sich geschlossen gegen die „Forward Guidance" und forderten ein koordiniertes Umdenken in Bezug auf ihren Umgang mit den Märkten.
Warsh – ein langjähriger Verfechter einer Reform der Fed – lehnte es bei seiner ersten Pressekonferenz als Vorsitzender am 17. Juni ausdrücklich ab, eine Forward Guidance abzugeben, und begrub diese Idee beim EZB-Forum endgültig. Er merkte an, dass eine Vorabverpflichtung auf einen bestimmten Kurs die Zentralbank in eine schwierige Lage bringt, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern – eine Ansicht, die viele seiner Kollegen weltweit teilen.
Lagarde von der EZB äußerte ähnliche Vorbehalte und sagte, sie habe sich in der Vergangenheit durch die Forward Guidance „gebunden und gezwungen" gefühlt. Bailey von der BoE schloss sich Lagardes Bedenken an und erklärte, dass „Forward Guidance mit der Zeit ziemlich problematisch wird", und fügte hinzu, dass es „viel einfacher ist, sie einzuführen, als sie wieder abzuschaffen". Macklem von der BoC schloss sich seinen Kollegen an und neigte zunehmend zu der Ansicht, dass es nicht mehr tragbar sei, den Märkten einen sehr genau vorgegebenen Kurs vorzugeben.
Obwohl Einigkeit herrschte, erklärte Lagarde, dass die Kursänderung der EZB eher für mehr Transparenz darüber sorgen würde, wie die Zentralbank eingehende Daten interpretiert, als dass sie eine vollständige Abkehr von der Guidance darstelle – eine Praxis, die sie als „Framework Guidance" bezeichnete.
Aaron Hill, Chief Market Analyst bei FP Markets , erklärte: „Die Abkehr von expliziten Forward Guidance-Signalen, an die ich – und viele Anleger – mich im Laufe der Jahre gewöhnt habe, bedeutet, dass wir faktisch von einem Transparenzkonzept à la Bernanke zurück in die Greenspan-Ära gewechselt sind. Da die Entscheidungsträger diese neue Art der Kommunikation verfolgen, werden sich die Marktteilnehmer mit einer Situation konfrontiert sehen, in der sich der Fokus auf die Rohdaten verlagert. Da es keine Leitlinien mehr gibt, müssen wir natürlich raten, wie eine Zentralbank auf neue Daten reagieren könnte, was die Volatilität rund um das Risiko von Tier-1-Ereignissen erhöhen wird."
Informationen zu FP Markets:
FP Markets ist ein weltweit tätiger, mehrfach regulierter und preisgekrönter Broker, der 2005 in Sydney, Australien, gegründet wurde. Der Broker bietet über 10.000 CFD-Instrumente in sieben Anlageklassen an, die auf branchenführenden Plattformen verfügbar sind, darunter (MetaTrader 4), (MetaTrader 5), (TradingView) und (cTrader).
FP Markets unterliegt der Aufsicht der australischen Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC), der zyprischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (CySEC), der Finanzaufsichtsbehörde (FSA) der Seychellen, der Finanzaufsichtsbehörde (FSCA) Südafrikas sowie der Kapitalmarktaufsichtsbehörde (CMA) Kenias.
Weitere Informationen finden Sie auf www.fpmarkets.com
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Die Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland könnte bis 2060 deutlich ansteigen und das Versorgungssystem spürbar unter Druck setzen. Nach neuen Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) dürfte die Zahl der Betroffenen bei weiter steigender Lebenserwartung von derzeit rund 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen zunehmen. Grundlage der Berechnungen ist ein kleinräumiges Prognoseverfahren, das das Institut gemeinsam mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln entwickelt hat.
Die Analyse reicht hinunter bis auf die Ebene von 400 Kreisen und kreisfreien Städten und macht deutliche regionale Unterschiede sichtbar. Bereits 2020 lag der Anteil der Demenzkranken zwischen 1,0 Prozent in Tübingen und 2,6 Prozent in der brandenburgischen Prignitz. Für das Jahr 2060 erwarten die Forscher eine Spanne von 1,7 Prozent Demenzkranken in München bis zu 6,2 Prozent im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Besonders betroffen sind damit vor allem ländliche Regionen im Osten, die überdurchschnittlich altern.
Parallel zur wachsenden Zahl von Demenzfällen schrumpft der Pool potenzieller Pflege- und Betreuungspersonen im Erwerbsalter. Laut Studie kamen im Jahr 2020 rechnerisch noch 38 Menschen im erwerbsfähigen Alter auf einen Demenzfall. Bis 2060 dürfte dieses Verhältnis auf 21 Erwerbspersonen pro Fall sinken. Damit würden deutlich mehr Erkrankte von einer deutlich kleineren Zahl potenziell Erwerbstätiger versorgt werden müssen – mit entsprechenden Konsequenzen für Pflegeinfrastruktur, Kommunen und Sozialversicherungen.
Die Autoren der Studie betonen zugleich, dass der prognostizierte Anstieg nicht zwangsläufig ist. Nach heutigem wissenschaftlichem Stand lassen sich Demenzrisiken durch Prävention spürbar senken. Eine konsequentere Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, der Verzicht auf Rauchen oder ein höheres Bildungsniveau könnten dazu beitragen, etwa die Hälfte der Neuerkrankungen zu vermeiden. In einem solchen Szenario würde sich die Zahl der Demenzfälle im Jahr 2060 nicht weiter erhöhen, sondern sich auf einem Niveau zwischen 1,3 und 1,5 Millionen stabilisieren. Die Spannbreite der Projektionen zeigt damit, wie stark der künftige Versorgungsdruck von heute eingeleiteten Präventionsstrategien abhängen dürfte.