42. ESHRE-Jahrestagung: Eine Halbierung der Kosten für Fruchtbarkeitsbehandlungen könnte die Geburtenzahlen mehr als verdoppeln, wie eine groß angelegte weltweite Studie zeigt

06.07.2026

Eine wegweisende internationale Studie hat ergeben, dass eine Halbierung der Eigenkosten für Patienten mit einem 2,67-fachen Anstieg der Geburten einherging, die mithilfe von assistierten Reproduktionstechniken (ART) erzielt wurden.

LONDON, 6. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Vorgestellt auf der 42. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE), analysierte die Studie ART-Registerdaten sowie wirtschaftliche und demografische Daten aus 22 Ländern und Regionen aus den Jahren 2021 bis 2023, die mehr als 95 % der weltweiten ART-Aktivitäten ausmachen, um internationale Unterschiede hinsichtlich der Erschwinglichkeit zu bewerten.

Um Länder und Regionen einheitlich vergleichen zu können, haben Forscher eine Kennzahl zur Erschwinglichkeit namens „Cost-to-Baby" entwickelt, mit der die Kosten geschätzt werden, die für eine Lebendgeburt mittels assistierter Reproduktionstechniken (ART) anfallen.

Die Bruttokosten pro Kind wurden anhand der durchschnittlichen Behandlungskosten pro Zyklus berechnet, einschließlich Embryotransfer, gegebenenfalls durchgeführter Präimplantationsdiagnostik und Medikamenten, sowie der altersgewichteten Anzahl der Zyklen, die bis zur Lebendgeburt erforderlich waren. Die Netto-Eigenkosten pro Kind wurden anschließend um die für das jeweilige Land bzw. die jeweilige Region geltenden Erstattungsprogramme, Zuschüsse und Steuervergünstigungen bereinigt. Sowohl die Brutto- als auch die Nettokosten wurden als Prozentsatz des medianen Haushaltseinkommens nach Steuern angegeben.

Die Ergebnisse zeigten erhebliche internationale Unterschiede hinsichtlich der Erschwinglichkeit. Die Bruttokosten pro Kind variierten je nach Land und Region um mehr als das 12-Fache und reichten von 66 % des medianen Haushaltseinkommens in Israel bis zu 833 % in Afrika (ohne Ägypten, Tunesien und Südafrika), während die Netto-Eigenkosten pro Kind zwischen 13 % in Israel und 825 % in Afrika lagen.

Länder/Regionen, in denen die Bruttokosten pro Kind unter 100 % und die Netto-Eigenkosten pro Kind unter 50 % des medianen Haushaltseinkommens lagen, wiesen durchweg die höchste Inanspruchnahme von assistierter Reproduktionstechnologie (ART) auf, darunter Südkorea (11,8 % der Geburten durch ART), Spanien (11,7 %) und Japan (9,3 %).

Umgekehrt sank der Anteil der durch assistierte Reproduktionstechniken (ART) erzielten Geburten in Ländern bzw. Regionen wie Brasilien, Indien und Südostasien, in denen die Kosten das Zwei- bis Dreifache des jährlichen medianen Haushaltseinkommens betragen, auf 0,2 % bis 0,4 %.

Die Hauptautorin Dr. Stephanie Kuku von Conceivable Life Sciences sagte: „Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie viel von dieser Variation sich durch einen einzigen Indikator für die Erschwinglichkeit erklären ließ. Unsere Modelle erklärten zwischen 77 % und 84 % der Schwankungen bei der ART-Inanspruchnahme."

Mit Blick auf die Zukunft erklärte Dr. Kuku, dass die Ergebnisse einen klaren Maßstab für die Verbesserung des Zugangs zu Fertilitätsbehandlungen darstellten. „Unsere Analyse ist grundsätzlich patientenorientiert: Darin wird gefragt, wie viel ein typischer Haushalt tatsächlich verdient und wie viel er tatsächlich ausgeben müsste, um mithilfe der assistierten Reproduktionstechnologie ein Kind zu bekommen. Die 50-Prozent-Schwelle ist kein theoretisches Konstrukt, sondern eine fundierte Beobachtung dessen, was die leistungsstärksten Länder erreicht haben."

Cision View original content:https://www.prnewswire.com/news-releases/42-eshre-jahrestagung-eine-halbierung-der-kosten-fur-fruchtbarkeitsbehandlungen-konnte-die-geburtenzahlen-mehr-als-verdoppeln-wie-eine-groW-angelegte-weltweite-studie-zeigt-302813812.html

Other news

Bayerns Grenzraum als Chancenregion: Regierung stellt Heimatstrategie 2033 vor

15.06.2026

Bayern stellt seine Heimatpolitik auf ein neues Fundament: Mit der weiterentwickelten „Heimatstrategie 2033“ will der Freistaat seine regionalen Strukturen stärken, gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern und dabei vor allem den bayerisch-tschechischen Grenzraum stärker in den Blick nehmen. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) sieht darin eine Fortschreibung der 2014 gestarteten Heimatstrategie, die nun angesichts neuer Herausforderungen angepasst und ausgebaut werden soll. In Nürnberg präsentierte er dazu ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das sowohl Kommunen als auch engagierte Bürgerinnen und Bürger gezielt einbinden soll.

Füracker verweist darauf, dass sich in der Grenzregion zu Tschechien bereits viel getan habe, aber weiterhin erhebliches Potenzial schlummere. Dieses wolle man „gemeinsam mit den Menschen“ besser nutzen. Bayerns Erfolgsmodell beruhe auf wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und starken Regionen, aber ebenso auf sozialem Zusammenhalt, gelebten Traditionen und einem starken Ehrenamt, so der Minister. Ziel sei es, das besondere Lebensgefühl im Freistaat – in Stadt und Land – langfristig zu sichern und zugleich die Widerstandskraft der Regionen zu erhöhen.

Einen Schwerpunkt der „Heimatstrategie 2033“ legt die Staatsregierung auf Personen, die sich vor Ort in besonderer Weise engagieren. Bereits im Juni ist das Forschungsvorhaben „Heimat-Kümmerer“ gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg angelaufen. Es soll Schlüsselpersonen identifizieren, unterstützen und vernetzen, die ihre Heimat aktiv mitgestalten. Ergänzend ist für den Herbst 2026 eine Bürgerumfrage zum Thema „Werte“ vorgesehen sowie ein „Heimat-Newsletter“, über den Informationen gebündelt und der Austausch mit der Bevölkerung ausgebaut werden sollen.

Parallel dazu sollen die Kommunen finanziell und strukturell gestärkt werden, da sie nach Fürackers Worten der zentrale Ort des Lebens und Zusammenhalts sind. Die bisherige Bilanz der seit 2014 laufenden Strategie – darunter Behördenverlagerungen, Investitionen in den Breitbandausbau oder Initiativen wie ein Dialektpreis – wertet der Minister als Beleg dafür, dass Heimatpolitik konkrete Auswirkungen auf Infrastruktur und Identität haben kann. Mit der Fortschreibung bis 2033 will die Staatsregierung diese Linie fortsetzen, bewährte Maßnahmen weiterführen und neue Initiativen starten, um Bayern als attraktiven und zukunftsfähigen Lebensraum zu positionieren.